Mittwoch, 14. Januar 2015

Genuss Baumtomate

Tomaten auf Bäumen! Zumindest ähneln die Beerenfrüchte der Baumtomate (Cyphomandra betacea) der unserer Tomate sehr, gehören ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceaen) und schmecken tatsächlich auch etwas nach ihr.

 
Sie weisen aber auch viele andere Geschmacksnoten auf, sind ausgesprochen fruchtig und angenehm säuerlich. Die etwas festere Konsistent des Mesocarps mit den ab und zu zwischen den Zähnen knirschenden Steinzellen (Sklerenchymzellen, wie man bei Birnen hat) ist interessant. Zumindest war ich begeistert, diese Frucht kennenzulernen!

Gefunden habe ich den Baum im Schaugewächshaus für tropische Nutzpflanzen der Universität Kassel, Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen. Auf dem zur Pflanze gehörenden Schild steht zur Verwendung der Früchte: "...z.B. für Chutneys und Säfte". Das suggeriert, dass unverarbeitet nicht viel vom Geschmack zu erwarten wäre. Neinneinnein, die Baumtomate schmeckt einfach köstlich.

Sehr tomatenlike. Der Moment kurz vor der Geschmacksexplosion.
Da ich so begeistert bin, habe ich vom Gärtner freundlicherweise eine Beere wegen der Samen bekommen. Wie bei Tomaten soll ich sie vorm Pflanzen nur etwas trocknen. Die Pflanze soll sehr schnell und üppig wachsen (ob man auch daraus Bonsai schneiden kann?). Und ich teile meine Ausbeute gerne mit euch! Wer von meinen ...zahlreichen Lesern zuerst einen Kommentar schreibt, bekommt einige Samen von mir zugeschickt. Also wer von euch beiden ist schneller?
Mir kamen die Früchte etwas zu hell und unreif vor, aber nach dem Herrn aus dem Gewächshaus gibt es bei der Baumtomate Varianten mit ganz unterschiedlichen Färbungen. Die grau-violette Frucht hier ist noch am reifen.





Samstag, 14. Juni 2014

Zu Besuch bei Ostfriesischen Milchschafen

Ich liebe Schafe! Sie sind so nett und sanftmütig und wollig. Darum habe ich mich besonders über die Gelegenheit gefreut, eine Bioland-Milchschäferei zu besuchen und dort mitzuhelfen.

Dort gab es etwa 80 Ostfriesische Milchschafe, noch etwa 40 Lämmer und einen friedfertigen Bock (ein Texel). Als Vatertier wurde dieses Fleischschaf gewählt, weil alle Lämmer geschlachtet werden, es handelt sich um keinen Zuchtbetrieb.

In welchem Alter genau die ersten Lämmer zum Schlachter kommen habe ich nicht erfahren, der Großteil wohl aber mit etwa 3 Monaten. Die Lämmer kommen gestaffelt "weg", da Milch zur Verarbeitung übrig bleiben soll. Etwa 40 Lämmer verbleiben lange Zeit bei den Muttertieren und werden sogar von Ihnen selbst abgesetzt, was sehr verständlich ist, wenn man beim Melken die Narben am Strich sieht.

Die ältesten kommen auf eine separate Weide und werden nach Bedarf geschlachtet. Denn ihr Fleisch kann als Lammfleisch verkauft werden, bis das Tier ein Jahr alt ist oder bis zur Geschlechtsreife. Erst in diesen Altersklassen macht der Betrieb auch Gewinn durch die Schlachtung, bei einem kleinen Krümel übersteigen die Schlachtkosten die Einnahmen.

Vielen Menschen ist nicht klar, dass Milchvieh regelmäßig Nachwuchs bekommen muss, damit das ganze funktioniert. Bei den Milchschafen ist gerade die beste Ertragszeit, sie nimmt über das Jahr ab und versiegt etwa im November. 
Der Trog ist leergefressen und die Tiere hinterhältig zum Melken fixiert. Eines in der Mitte hat wohl einen Trick, den Kopf rauszubekommen.
Die Milchschafe wurden zu meiner Besuchszeit morgens und abends gemolken. Nach dem abendlichen Melken kommen sie auf ein frisches Stück Weide, der Zaun wird täglich umgesteckt. Die Tiere sollen den Bewuchs gründlich runterfressen. Hätten sie täglich die gleiche große Weide, würden sie sich das gute Kraut rauspicken und die Weide verarmen. Den Tag verbringen sie im Stall. Zusätzlich zum Weidegras gibt es etwas Kraftfutter beim Melken. Im Winter wird dann Heu und Silage gefüttert. 

Die abgesetzten frechen Lämmer, die noch nicht auf der separaten Weide stehen, treiben sich gerne außerhalb des Stalls herum, machen Unsinn, gehen an die Kraftfuttervorräte und knabbern auch mal gerne an der Hecke vom Chef. Wenn man die Schafe zum Melken festgemacht hat, schleichen sie sich auf den Melkstand und trinken das erstbeste Schaf leer, das sich kaum wehren kann. Dann wird sich unter dem Bauch dieses Tieres zum Nächsten durchgerobbt und dort geplündert. Kleine Monster!

Saubere liebe Lämmchen auf der separaten Weide vs. dreckige Monster, die vor dem Melkstand auf ihre Gelegenheit lauern.
Es werden zwölf Schafe auf einmal zum Melkstand gelassen. Sie marschieren durch und stecken ihre Köpfe durch die Vorrichtung, um an das Futter im Trog dahinter zu kommen. Sie sitzen fest. Ich brauche je 12er etwa 15 Minuten, wenn sie keinen Unsinn machen. Das Melken geschieht mit der Maschine. Bevor der Melkbecher an den Strich (= Zitze) gesetzt wird, wird vorgemolken: Mit Hand wird ein Strahl gemolken, um die Gesundheit des Euters zu Prüfen und die keimige stehende Milch aus dem Strich zu entfernen.

Es gibt übrigens verschiedene Eutertypen: Fetteutern sieht man schlechter an, ob sie voll oder leer sind. Zisterneneuter (oder so... ich wusste es nicht mehr, und wenn man es googlet, kommt nur Schweinkram) fallen in sich zusammen, wenn sie leer sind.

Der Milchertrag betrug etwa 600 ml im Schnitt pro Schaf und Tag. Und das zur besten Jahreszeit! Ziegen geben deutlich mehr Milch. Aber der Fett- und Proteingehalt von Schafmilch ist viel höher als bei Kühen und Ziegen. Fett = 6-7 %. Darum ist der Ertrag beim Käsen auch höher als bei Kuhmilch (Schafmilch 4 : Käse 1). Es lohnt sich auf dem Hof also, die eigene Käserei zu führen. Und das ist eine gute Überleitung zum nächsen Artikel.


Bodenbearbeitung mit Pferd

Im Museumsdorf Volksdorf wird die Ackerfläche natürlich mit den Schleswigern vorbereitet. Und so wurde auch diesen März zum Pflügen losgezogen. Ich war beim Seminar dazu dabei:

Geübt haben wir mit Schwing- und Karrenpflug. Der Karrenpflug hat, wie der Name andeutet, einen Karren mit Rädern als Führung. Der Schwingpflug dagegen hat keine Führung und wird durch den Menschen, der dahinter läuft, ähnlich wie bei einer Schubkarre gehalten. Das sieht alles so einfach aus, wenn man zuschaut! Als wenn man nur hinterher spaziert und schaut, ob es gut läuft. Nein. Es brauch Kraft und Konzentration die Arbeitstiefe (wie tief wird die Furche) und -breite (wie breit wird sie, also wie weit ist der Abstand zur vorherigen Furche) zu steuern. Je nach Stelle des Ackers war es schwierig, dass das Messer nicht zur Seite abrutscht und man buchstäblich "aus der Bahn" geworfen wird. Das heißt dann anhalten, zurück, neu ansetzen. Das war besonders der Fall, wenn die Erde schwer und fest war oder alles etwas unregelmäßig. Also wenn die vorherige Furche, an der man ja entlang arbeitet, schlangenlinienförmig war oder ungleich tief. Der Boden war übrigens etwas zu nass an den Tagen und daher schwerer.


Die Arbeitstiefe des Schwingpflugs wird größer, wenn man die Griffe (Sterzen) runterdruckt, das kann man sich vorstellen. Beim Karrenpflug verhält es sich wegen des Karrens und des Hebeleffekts andersrum. Da musste man auch erst einmal umdenken. Man sollte meinen, es wäre einfacher den Karrenpflug zu bedienen, weil der Karren einem Gewicht abnimmt. Ich fand die Arbeit mit dem Schwingpflug angenehmer, weil er mir besser zu steuern vorkam und dadurch mein Kraftaufwand auch geringer sein konnte.  


Die Pferde wurden von unseren Profis geführt, das lernt man leider nicht mal eben in einem Seminar. Während andere mit Pflügen dran waren, konnte ich meinen Sammeltrieb ausleben: Im Boden steckten noch viele Kartoffeln vom Vorjahr und kamen durch das Pflügen ans Tageslicht. Die meisten waren matschig. Aber die, die tief genug überwintert haben, wurden eingesammelt. 

Auf dem Acker wachsen mittlerweile Kartoffeln und Flachs. Aber dazu kommen wir wann anders...

Montag, 24. März 2014

Schnitzversuche

Habe mir vor einiger Zeit ein Mora-Messer (von Frost) zum Schnitzen zugelegt und immer mal wieder damit rumprobiert. Eingelesen habe ich mich über Schnitztechniken im Buch von Wille Sundquist, „Schwedische Schnitzschule: Arbeiten mit Messer und Axt“, Verlag Th. Schäfer. Mit vielen Bildern und guten Erklärungen wird einem gezeigt, wie man welche Schnitztechnik korrekt ausführt und wofür sie geeignet ist. So habe ich erfahren, dass es Unsinn ist, dass man nur vom Körper wegschnitzen soll. Richtig ausgeführt kann auch bei zum-Körper Techniken nix passieren (ob man es aus Faulheit oder aus zu wenig Übung dann doch nicht richtig macht, ist eine andere Sache). 

Und hier ist mein erstes richtiges Schnitzprojekt: ein Huftierchen (vielleicht ein Wisent?) an das Ende einer Ahornlatte geschnitzt. Ich weiß nicht wie lange ich für das, was man bisher sieht, gearbeitet habe. Ich schätze mit mehr Übung geht es aber schneller. Bin auch an einem Punkt, an dem ich nicht so ganz weiter weiß. Man möchte ja auch nichts kaputt machen, indem man zu viel weg nimmt.
Dann habe ich noch ein Buttermesser geschnitzt und geschliffen, aus einem Rohling, den ich bekommen habe. Und dann hätten wir da noch die geschliffenen und gebohrten Knöpfe aus Hasel-Astscheiben. Sie müssen für ein ganz besonderes Nähstück verwendet werden…





Wo wir bei dem Thema sind: Habe in einem kleinen Laden in Altona ganz tolle Knöpfe und Perlen entdeckt! Die großen Knöpfe sind aus Muscheln gearbeitet, die dunklen sind wahrscheinlich eingefärbte Knochen, dann hätten wir da noch Perlen aus Lotussamen (Beige mit gesprenkelt) und Kamelknochen. Ist das nicht toll? Wann findet man den schon Perlen aus Knochen? Irgendwelche blöden Plastikknöpfe sind genauso teuer aber eben blöd. Diese Produkte wurden von Reisen für den Laden mitgebracht, es steckt viel Arbeit drin und ein kleiner Handarbeiter aus einem fernen Land hat mit dem Verkauf hoffentlich gut verdient.

Der Laden:      http://www.omshankari.de/

Erster Kleidertausch

Habe das erste Mal an einem Kleidertausch teilgenommen! Statt fand er im Secondhand-Café La-Bro in Altona.


Für einen winzigen Eintritt von 2 € konnte man seine mitgebrachte Kleidung zwischen die anderen Sachen hängen und dann selbst auf die Suche gehen. Bei dem Kleidertausch wurde auch nicht festgelegt, wie viel man mitbringen muss, alles nach eigenem Ermessen. Habe zu Beginn den guten Tipp bekommen, nicht alle meine mitgebrachten Sachen auf einmal hinzulegen, sondern vielleicht nach und nach, je nach dem, ob was für mich dabei ist. Nicht, dass man am Ende enttäuscht nach Hause geht und sein Tauschgut für die nächste Veranstaltung schon los ist. Und tatsächlich waren auch einige Sachen darunter, die zu abgetragen waren. Trotzdem habe ich gut was gefunden!
-       3 Blusen
-       2 Shirts
-       1 Rock
 
Der blaue Rock (Untergrund im Foto) gefällt mir, zu Hause anprobiert, doch nicht so gut, also nehme ich ihn das nächste Mal einfach wieder mit.
Bin auch sehr froh, meine Sachen losgeworden zu sein: 4 Paar Schuhe, 2 Shirts, 1 Hose, 1 Bluse, 1 Tasche, 1 Sweatshirt, alles gut erhalten bis nicht getragen, hingen schon Jahre in meinem Schrank ab und werden jetzt endlich gewürdigt! Habe mich gefreut, wenn jemand was von meinen Sachen ausgesucht hat.

Der nächste Kleidertausch im La-Bro findet am 01. Juni statt. Habe noch etwas Tauschgut über von diesem Mal + gleich schon die nächste eingelagerte Kleidung erfolgreich durchwühlt.

Fazit: Von überflüssigen Sachen befreit, schöne Sachen bekommen, glücklich!

Skateboard-Upcycling-Teelichthalter

Ich habe einen Workshop in Skateboard-Upcycling gemacht! Er fand statt im Kulturcafé W3 in Altona und veranstaltet wurde er von den Leuten von 207 – Skateboard Recycling. Die fertigen als ehemalige Skater allerlei Produkte aus alten Skateboards, vom Topfuntersetzer bis zum Ohrring. Wir haben an dem Tag aber Teelichthalter gefertigt. 
 Dazu wurden vier Endstücke von Boards (in der Werkstatt werden eher die geraden Mittelteile gebraucht) übereinander gelegt – in der Reihenfolge wie es gut passte, denn die Wölbung ist verschieden stark und das Verleimen schwieriger, je mehr sich das Holz wehrt. Natürlich haben wir auch darauf geachtet, dass die bunten Schichten schön verteilt sind welches Bild auf der Oberseite zu sehen sein wird.


Mit Holzleim wurde das Ganze dann bepinselt und mit Zwingen zum Aushärten befestigt. Auf einem verleimten Stück wurden zwei Teelichthalter vorgezeichnet und – für mich etwas zu abenteuerlich – ausgesägt. Mit einem improvisierten Standbohrer wurden die Löcher für die Teelichter gebohrt (38 mm). Eine Menge bunter Späne flog rum. Dann noch Kanten brechen, schleifen, etwas Pflanzenöl rauf und fertig. 
 Die Lagen des Sperrholzes sind im 90°-Winkel zueinander angeordnet, spiegeln also unterschiedlich (besonders, weil es sich bei dem Holz um Ahorn handelt). Zusammen mit den bunten Furnieren gibt es den typischen streifigen Effekt, der Skateboard-Recycling-Produkte besonders macht.


Fazit: Mit Teelichterhaltern aus Altholz wird man wahrscheinlich nicht die Welt retten. Aber es ist doch schön, wenn sich mehr Menschen damit beschäftigen, was sie eigentlich an Abfall produzieren und was an Ressourcen dafür aufgebracht werden muss. Und das Material ist einfach toll! Bunt und mit Geschichte.  




Sonntag, 23. März 2014

Gemüsebeet: Vorziehen von Dicken Bohnen


Anfang Februar habe ich Dicke Bohnen und Gelbe Bohnen in "Töpfen" gesät, damit sie im Beet später einen Vorsprung haben. Letztes Jahr wurden sie mir von den Schnecken geärgert.
 
Habe vorher schon extra Toilettenpapier- und Küchentuchrollen gesammelt, da kommen die Samen rein! Hat den Vorteil, dass die Pflanze einfach ins Beet gepflanzt werden kann, ohne dass die Wurzeln beschädigt werden. Und das Papier zersetzt sich schnell im Boden.

Auf der Fensterbank sind die Dicken Bohnen prächtig gediehen und waren sehr durstig.  Die Gelben Bohnen waren mickriger, habe sie Mitte März aber trotzdem gepflanzt.
Die Dicken Bohnen habe ich mit vertrockneten und gut harten Stängeln von Sonnenblumen und anderem Zeug vom letzten Jahr gestützt. Stand vor dem Umgraben noch im Beet rum und es passte.



Im Beet brauchen die Pflänzchen wohl noch etwas Anlaufzeit. Heute habe ich dann die nächste Fuhre für die Kinderstube auf der Fensterbank vorbereitet: Erbsen, Bohnen, Majoran, Zucchini, Gurke

Montag, 27. Januar 2014

Bonsai-Freunde, neues Gesponnenes und eine re-used Tannenspitze

Neue kleine Projekte 

Die Projekte auf den drei Fotos sind all to lütt für einen eigenen Beitrag. 

Bonsai
An diesen drei kleinen Bäumchen möchte ich versuchen, eigene Bonsai zu gestalten. Habe mir gerade ein Buch ausgeliehen und werde mich mal einlesen. Zwei der Setzlinge habe ich von der Gärtnerei der Uni bekommen, hatten sie über. Es handelt sich um eine Douglasie (Pseudotsuga menziesii, der kleine ganz vorne) und um einen Granatapfel (Punica granatum), über den ich mich ganz besonders gefreut habe. Die Fichte links habe ich am Wegrand einer Baumschule gefunden. Jaja, ich weiß, es ist sreng gestraft was von Baumschulen zu stibitzen, aber der kleine Freund wäre doch sonst vertrocknet.  




Neue Spinnereien
Habe mit grauer Wolle zum zweiten Mal das Spinnrad betätigt. Es ging schon besser, als beim ersten mal, kaum noch "Abrisse", dünner und gleichmäßiger. Die verzwirnte Wolle wird vorm Schlafengehen noch gleich in heißes Wasser gelegt, die beiden Stränge verfilzen etwas miteinander, werden fester und Unebenheiten beim Spinnen werden ausgeglichen. Denn lieber jetzt als am fertigen Strickwerk.
Ich möchte einen Top-down Raglanpulli versuchen, ich nehme Nadeln in Stärke 3. Wenn was über ist von der Wolle (das ist bei weitem nicht alles auf dem Bild), möchte ich sie mit Rotkohl färben und vielleicht einen Rock oder ein Halstuch stricken, damit es farblich nicht langweilig wird.
 


Quirl aus Tannenspitze
Also es ist doch schön, dass der Tod des Tannenbäumchens noch einem weiteren Zweck dient. Wie ich gelernt habe, ist der Quirl aus der Tannenspitze geschnitzt ein Traditionsküchenutensil. Zum Buttern soll er sogar effektiver sein, als der moderne Kram. Und einige Köche sollen ja ganz darauf schwören.
Habe mit dem Messer die Rinde entfernt, dann wurde das ganze sehr harzig und klebrig, also warte ich vor dem Feinschliff noch, bis das Harz ausgehärtet ist.
Dieser Quirl ist noch sehr groß, aber man kann ihn auch ganz fein und dünn schnitzen, je nach Gebrauch.
 

Flachs und Leinen

Flachs und Leinen

Im Museumsdorf Volksdorf habe ich einen kleinen Workshop zum Thema Verarbeitung von Flachs mitgemacht. Einige Leute im Museumsdorf haben sich vor einigen Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt, viel recherchiert und sich ein großes Wissen um die Verarbeitung von Flachs angeeignet. 

Ein Teil der Ernte: Flachs nach der "Rotte" und dem "Rösten"

Letztes Jahr wurde auch wieder eine Fläche im Museumsdorf für den Flachsanbau genutzt und die Ernte daraus haben wir in dem Workshop angefangen zu verarbeiten. Auf der Seite des Museumsdorfes gibt es sehr schön aufbereitete Infos dazu:

http://www.museumsdorf-volksdorf.de/index.php?option=com_content&view=article&id=57&Itemid=164

Ich bin jetzt wohl Mitglied der Flachsarbeitsgruppe dort, werde mich also noch in der kommenden Saison intensiv damit beschäftigen und hier berichten. 

Die gewonnenen wunderschön blonden Langfasern werden zu Knocken gedreht gelagert, damit die Fasern parallel liegenbleiben
 
Jetzt möchte ich nur kurz zusammenfassen: In der Flachsverarbeitung geht es darum, die Langfasern von dem inneren verholzten Bereich des Stengels zu trennen. Für die weiteren Verarbeitungsschritte ist es wichtig, dass die Fasern parallel liegen. Kurze Fasern fallen an, die ebenfalls verspinnt und verwendet werden können, ebenso haben alle anderen Nebenprodukte einen Nutzen. Das Hauptprodukt sind die Langfasern, sie machen nur 7 % der trockenen Flachsernte aus. Beim Anbau muss man zwischen Flachs für Fasern und für Leinsaat unterscheiden. Die für Leinsaat sind nicht gut geeignet, da die Pflanzen niedrig sind und folglich die "Langfasern" zu kurz. Leider ist es schwierig an geeignete Saat zu kommen, aber das Museumsdorf wird weiter an der Saatgewinnung arbeiten. 
 



In der Schmiede

In der Schmiede

Letztens war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort und durfte spontan in einem kleinen Schmiedekurs mitmachen! Noch etwas, dass schon länger auf meiner Liste stand...

Am Ende des Kurses hatte jeder Kursteilnehmer eine Blumenampel gefertigt (wollte ich schon immer haben!). Dazu wurden Eisenstäbe in verschiedenen Längen bearbeitet. Alle Enden sollten spitz zulaufen und dann einen Haken bilden und einige Teile mussten gebogen werden.

Nach kurzer Zeit war mein Arm schon ganz kraftlos. So wurde es noch schwieriger, das Metall mit dem Hammer flach zu treffen und keine Dellen reinzuschlagen. Oft musste meine Arbeit von unseren beiden Experten korrigiert werden. Zwischendurch musste das Werkstück immer wieder ins Feuer gelegt werden, bis es hell glühte. Immer wieder musste man es aus der Kohle ziehen und kontrollieren, ob es nicht Funken wirft und anfängt zu brennen (Feuerwerk!). Obwohl die Arbeit sehr anstrengend war, hat es mich doch überrascht, wie leicht sich das Material verformen lässt.

Ich bin jetzt zwar noch nicht ganz ein Profi, aber habe doch etwas Gefühl für das Material bekommen und vielleicht auch etwas Muskeln, die mich für den Fortsetzungskurs vorbereiten. Darauf freue ich mich!









 

Sonntag, 29. Dezember 2013

Handschuh-Stulpen gestrickt

Handschuh-Stulpen

Habe endlich meine "Handschuh-Stulpen" beendet! Gerade den letzten Abschnitt, den Daumen, schiebe ich gerne auf. So lagen die Strickstücke den letzen Monat nur rum. 


Das "Grundmuster" ist aus einem Video von "elizza", in dem sie Fäustlinge stricken erklärt. Habe es abgewandelt und so meine "Handschuh-Stulpen" erhalten. Ich mag das einfach lieber, wenn sie enger sitzen und man die Finger noch frei hat. Das Muster ist improvisiert, indem ich Ringe mit linken Maschen gestrickt habe.

Hier der Link zur Video-Reihe:
http://www.nadelspiel.com/2010/01/14/videokurs-handschuhe-teil-1-daumenkeil/

Natürlich sind die beiden wieder assymmetrisch geworden, denn ich mache manche Abschnitte nach Gefühl und notiere mir für die andere Seite dann nicht wie genau.

Wahrscheinlich werde ich sie beim Stricken tragen, weil ich dann oft kalte Hände habe. Und so schließt sich der Kreis...

Sonntag, 15. Dezember 2013

Genäht

Habe endlich wieder genäht!

Was mich ja am Nähen nervt ist, dass es einfach nicht gut wird, wenn man schludrig arbeitet, was ich gerne tue. Habe eine Schürze mit dazugehörenden Topflappen genäht. Den letzten Topflappen musste ich sogar noch auseinander nehmen und nochmal machen. Ich hätte nie gedacht, dass eine einfache Schütze so lange dauert... Wie soll ich dann jemals ein aufwendiges Abendkleid nähen, wenn ich an einem Topflappen verzweifle? Und dabei sind immernoch 1000 Fehler und Unebenheiten drin, darum kein Foto vom Nahen. 
Ich weiß, ich bin selbst Schuld! Nächstes Mal investiere ich mehr Zeit in gerade Schneiden und Bügeln.


Heute hat mein Telefon dann auch endlich ein Täschchen bekommen. Auch mit Fehlern und Unebenheiten, hat aber trotzdem Spaß gemacht, weil ich den Stoff so gerne mag und stolz bin auf mich, die Idee mit dem Kopfhörer-Fach vorne gehabt zu haben. Der kleine Holzknopf ist auch toll, möchte mir auch mal welche Schnitzen.
Der pinke Innenstoff ist übrigens von einem recycleten Bettlaken. Aber mehr zu dem Thema Stoffe recyclen hoffentlich bald mehr...

 

Sonntag, 1. Dezember 2013

Glutenpulver-Seitanburger

Glutenpulver-Seitanburger

Ich liebe Seitan! Es ist eine ganz andere Liga als Tofu, hat Biss und diese Konsistenz, die man vermisst, wenn man kein Fleisch isst. Seitan ist (wie ich verstanden habe) Gluten, der Teil des Mehls, der überbleibt, wenn man die Stärke entfernt.

Versuch 1: "Selbst-ausgewaschenes" Gluten, als Spieße zum Grillen. Das Tofu sah aus und schmeckte daneben nur noch fad.

Das erste Mal habe ich ein Kilogramm Mehl genommen und die Stärke ausgewaschen. Es gibt dazu viele Anleitungen im Internet, es ist einfach aber mühsam. Die hergestellte Seitanmasse wird dann in Stücke geschnitten und in einer kräftigen Brühe gekocht, die ihr Geschmack verleiht, anschließend angebraten. Und es ist sehr gut gelungen!

Nun habe ich mir Gluten aus dem Reformhaus besorgt. Das muss man nur mit Wasser mischen und hat schon die Seitanmasse. Habe Burgerbuletten geformt und wie vorher in Brühe gekocht. In der Pfanne sah es schon sehr lecker aus... naja... es war dann aber sehr gummihaft und ohne Geschmack...

Heute, zweiter Versuch: Habe statt das Pulver mit Wasser zu mischen, gleich eine würzige Brühe genommen, mit allen möglichen Gewürzen und Sojasoße. Außerdem habe ich etwas Mehl zum Glutenpulver gegeben: Dachte mir, dass die Konsistenz beim selbst-von-Stärke-ausgewaschenen Seitan vielleicht besser war, da ich das nicht so gründlich getan hatte, also etwas Reststärke dem ganzen gut tut. Es war wieder sehr schmackhaft!
Das Foto wird der Appetitlichkeit der Burger leider nicht gerecht.


Handarbeitstreff mit Sushi und Strickliesel

Handarbeitstreff!

Gestern habe ich mich mit Jessi zu einer kleinen Handarbeitsrunde getroffen. Wir haben uns erst mit Sushi gestärkt:


Also es gelingt jedes mal besser! Wir sind sehr stolz auf uns gewesen und hatten schon das Gefühl produktiv gewesen zu sein. Dann hat Jessi losgenäht, während ich gemächlich gestricklieselt habe.


Ich finde das Strickliesel so toll, habe es erst vor einigen Monaten kennengelernt. Ich bin wohl die einzige Person, die das nicht in der Grundschule gemacht hat, da muss ich geschwänzt haben... Vielleicht finde ich es deshalb so toll. Ich mache jetzt das Knäuel zu Ende und frage mich dann, was ich mit dem Band anfange. Ich dachte an ein Stirnband in irgendeiner tollen Flechttechnik. Hat jemand noch eine Idee?

Dieses Strickliesel ist übrigens aus dem Museumsdorf Volksdorf, kann man im Krämerladen erwerben.

Ich finde solche Treffen toll, habe schon gemerkt, dass ich motivierter bin zu nähen, jetzt wo ich Jessis tolles Ergebnis gesehen habe.
 

Äpfel Anfang November

Äpfel Anfang November

Wir haben auf einem Spaziergang die letzte Chance genutzt, um uns einige von den leckersten Äpfeln überhaupt zu sichern. Zwischen Feld und Wald steht eine Reihe Apfelbäume, jeder eine andere Sorte, mit Früchten, die es so im Supermarkt gar nicht gibt. 

Es scheint sich niemand mehr um die Äpfel zu scheren und bevor sie auf dem Boden vergammeln, gehen wir doch lieber mit einem großen Rucksack los. Und obwohl es schon so kalt war und die meisten Äpfel auf der Erde lagen, gab es mehr Gute als wir tragen konnten. Besonders die dunkelroten sind so köstlich! Ich musste sie mir einteilen, damit ich lange was davon hatte.

Ein kleiner Teil der Ernte

Montag, 16. September 2013

Meine erste Wolle



Meine erste Wolle

Aus braun-schwarzer und weißer Wolle habe ich jeweils eine Spule voll gesponnen. Dann habe ich beide Fäden auf einer dritten Spule miteinander verzwirnt, wobei das Spinnrad in die andere Richtung gedreht wird, als die Fäden gesponnen wurden. Wichtig ist, dass beide Fäden in dieselbe Richtung gedreht wurden beim Spinnen. Ich habe etwa 300 Gramm Wolle daraus bekommen, die für meinen ersten Pullover-Strickversuch verwendet werden soll. 


Und dann habe ich auch noch das erste Mal Wolle färben ausprobiert. Dazu habe ich das amerikanische Getränkepulver „Kool Aid“ in verschiedenen rosa-roten Farbmixen genommen. Wasser wird mit dem Getränkepulver aufgekocht und die eingeweichte Wolle hineingelegt. Hat erschreckend gut funktioniert, dafür, dass es ein Getränkepulver ist.   



Die Wolle riecht jetzt übrigens sehr fruchtig...

Ani spinnt






Ani spinnt
 
Ich habe endlich ein Spinnrad! Ich habe es vor zwei Monaten gebraucht gekauft, es ist selbstgebaut nach dem Vorbild eines Louet-Spinnrades. Es sieht nicht so idyllisch aus, wie ein typisches Spinnrad, das man sich vorstellt, aber wir sind glücklich zusammen.
Zum Spinnen, bzw. Stricken gehe ich zum Spinntreff im Museumsdorf Volksdorf. Das ist ein sehr schöner Ort, von dem ich hier sicher noch einiges Berichten werde.

Ich bin überrascht, wie intuitiv das Spinnen funktioniert. Zu Hause habe ich drauf los gesponnen und später beim Spinntreff habe ich nach Tipps gefragt. Es funktioniert bisher.
Meine Wolle habe ich im Internet unter folgendem Link bestellt.

Eigentlich hatte ich vor, damit zu filzen. Als ich gemerkt habe, dass sie nicht wirklich gut filzt, nahm ich das als Anlass, endlich mit dem Spinnen zu beginnen. 

Der Grund warum man jemanden, den man für Verrückt hält, als „Spinner“ bezeichnet, liegt übrigens daran, dass früher in den Anstalten für geistig Kranke die Patienten Spinnen mussten, um Geld einzunehmen.